09.06.06
Mit Brot an die WM

Brot gilt als einer der wichtigsten Energielieferanten im Spitzensport. Auch für die Schweizer Fussball-Nationalmannschaft stellt Brot einen wesentlichen Ernährungsbestandteil dar. Insbesondere auch jetzt, während der Weltmeisterschaft. Brot beinhaltet lebenswichtige Vitamine, Mineralstoffe, Spurenelemente, Nahrungsfasern sowie Energie liefernde Kohlenhydrate in Form von Stärke. Diese helfen, die Leistung zu steigern, aber auch die Regeneration zu fördern. Die verschiedenen Trainings- und Wettkampfphasen beeinflussen die Wahl der Brotsorte.

Grösstes Sportereignis in diesem Jahr ist zweifelsohne die Fussball-Weltmeisterschaft (WM), die vom 9. Juni bis zum 9. Juli 2006 – erfreulicherweise mit Schweizer Beteiligung – in Deutschland stattfindet. Damit die Schweizer Fussballer eine optimale Leistung erbringen können, muss die Ernährung auf ihre Bedürfnisse abgestimmt werden. «Während der WM besteht der Menüplan der Nati-Spieler aus vielen Kohlenhydraten, wenig Fett, einer vernünftigen Eiweiss-Zufuhr sowie viel frischem Obst und Gemüse», erklärt Emil Bolli, Koch der Schweizer Fussball-Nationalmannschaft.

Welches Brot essen eigentlich Frei, Senderos & Co.?

Brot bezeichnet Emil Bolli als «gute, leicht verfügbare Energiequelle, das in verschiedenen Formen und Sorten zum Ernährungsplan der Nati-Elf gehört (siehe Kasten «Brot liefert Energie und lebenswichtige Inhaltsstoffe»). Damit der Körper Energie aufbauen kann, konsumieren die Spieler drei bis vier Stunden vor einem Match viele Kohlenhydrate, zum Beispiel in Form von Ruchbrot. «Eventuell gibt es kurz vor dem Match für den kleinen Hunger noch eine Scheibe Toast, da helles Brot generell gut verträglich und gut verdaubar ist», verrät Emil Bolli. Durch die hohe körperliche Anstrengung während des Matchs sinken die Kohlenhydratspeicher, in der Fachsprache «Glykogenspeicher» genannt, beträchtlich. Aus diesem Grund benötigen die Fussballer auch nach dem Match ein kohlenhydrathaltiges Menu, damit sich ihre Speicher wieder auffüllen können. Somit ist Brot auch in der Regenerationsphase ein Nahrungsmittel mit grosser Wirkung.

Sinnvoller Ernährungsbestandteil im Spitzensport

Kohlenhydrate stellen nicht nur die wichtigste Energiequelle für den menschlichen Organismus dar, sondern sind auch ein guter Energiespeicher in den Muskeln und der Leber. Michelle Meisterhans, diplomierte Ernährungsberaterin HF und Mitglied der Fachgruppe Sporternährung des Schweizerischen Verbandes diplomierter ErnährungsberaterInnen (SVDE), bezeichnet Brot als «sinnvollen Bestandteil einer idealen Sporternährung». Sie arbeitet im Auftrag von «ernährungsberatungcity» in der Praxis von «medbasecity» (sport medical base approved by swiss olympic). Dort berät und betreut sie leistungsorientierte Sportlerinnen und Sportler im Bereich Ernährung. «Im Prinzip richtet sich die Basisernährung im Spitzensport nach den Grundsätzen der allgemeinen gesunden Ernährung, welche die Schweizerische Gesellschaft für Ernährung in ihrer Lebensmittelpyramide darstellt», erklärt Michelle Meisterhans. Diese besagt, dass jede der drei Hauptmahlzeiten eine Stärkeportion, zum Beispiel in Form von Brot, beinhalten soll. Eine Portion entspricht in diesem Fall zirka 75 bis 125 Gramm Brot.
Ab rund fünf Stunden Sport pro Woche, bei mindestens mittlerer Intensität, kommen zusätzliche «Ess- und Getränkeportionen» dazu. Für eine zusätzliche Stunde Sport sind eine halbe Portion Fett, eine Portion Stärkeprodukte sowie ein halber bis zu einem ganzen Liter Flüssigkeit erforderlich. Die Menge richtet sich somit nach dem Trainingsumfang respektive dem Energieverbrauch.
Dabei spielen aber auch Faktoren wie Alter, Geschlecht, Sportart, Trainingsvolumen und -häufigkeit, Leistungsintensität, Regenerationszeit sowie die äusseren klimatischen Bedingungen eine Rolle.

Brotsorte entsprechend der Trainings- oder Wettkampfphase wählen

«Ich empfehle den Spitzensportlerinnen und Spitzensportlern den Konsum verschiedener Brotsorten – von Weizen-, Gersten- oder Roggenbrot bis hin zu Nuss-, Kartoffel- oder Rosinenbrot», so Michelle Meisterhans. Dank der Nahrungsfasern, die reichhaltig im Brot vorkommen, steigt der Blutzuckerspiegel langsam, bleibt jedoch über längere Zeit auf höherem Niveau. Die Sportlerinnen und Sportler fühlen sich anhaltend gesättigt und sind bereit, eine konstante und andauernde Leistung zu erbringen. Michelle Meisterhans weist darauf hin, dass kurz vor, während oder kurz nach dem Training respektive Wettkampf jedoch ausschliesslich helles Brot, zum Beispiel Weissbrot oder Toast, auf dem Menuplan stehen sollte, da dies besonders leicht verdaulich ist. Durch die angebotene Vielfalt stellt Brot somit für jede Trainings- oder Wettkampfphase eine ideale Nahrungs- und Energiequelle dar.

Links:
Schweizerischer Verband diplomierter ErnährungsberaterInnen (SVDE): www.svde-asdd.ch
Schweizerische Gesellschaft für Ernährung (SGE): www.sge-ssn.ch

Brot liefert Energie und lebenswichtige Inhaltsstoffe

Brot ist als idealer Energielieferant bekannt und beliebt. Es besteht zu 50 Prozent aus komplexen Kohlenhydraten, die im Körper zu Energie umgewandelt werden. Den Hauptteil der Kohlenhydrate bildet die Stärke, die pflanzliche Speicherform von Glukose. Glukose, die man auch als Traubenzucker kennt, ist die hauptsächliche Energiequelle für sämtliche Körperzellen. Zusätzlich liefert Brot wertvolles pflanzliches Eiweiss, Vitamine, Mineralstoffe sowie Nahrungsfasern. Brot weist zwar einen hohen Nährwert, jedoch einen geringen Fettanteil auf. Aufgrund dieser Qualitäten spielt Brot auch im Spitzensport eine wesentliche Rolle, wobei, je nach Sportart sowie Trainings- respektive Wettkampfphase, spezifische Empfehlungen im Bezug auf den Brotkonsum gelten.

Carboloading erhöht Leistungsfähigkeit bei Ausdauersportarten

Carboloading, das «Aufladen mit Kohlenhydraten», ist eine bekannte Strategie im Trainings- und Ernährungsbereich vor Ausdauerwettkämpfen. Die Spitzensportlerinnen und Spitzensportler verfolgen dabei das Ziel, eine Maximierung der Glykogenspeicher (Kohlenhydratspeicher) in der Muskulatur zu erreichen. Durch zusätzliche Glykogenspeicher können Ausdauerleistungen verbessert werden, indem die optimale Leistung aufrechterhalten wird. Gemäss Schätzungen kann die Leistung über eine vorgegebene Distanz um bis zu drei Prozent verbessert werden. Es bedingt jedoch ein bis vier Tage vor dem Wettkampf eine Trainingsreduktion. Bei zu wenig Ruhezeit funktioniert Carboloading nicht. Jede Person, die sich durchschnittlich 90 Minuten oder länger sportlich betätigt, kann von einem Carboloading profitieren. Typischerweise wird Carboloading bei Sportarten wie Radfahren, Marathon, (langer) Triathlon, Langlauf oder Langdistanzschwimmen angewendet. Bei kürzeren Wettkampfzeiten ist ein Vorteil unwahrscheinlich, weil die normalen Kohlenhydratreserven des Körpers ausreichend sind. Eine kohlenhydratreiche, aber gleichzeitig fettarme Ernährung ist dabei der Schlüssel des Erfolgs. Brot, als kohlenhydratreiches, jedoch fettarmes Nahrungsmittel, ist für Carboloading sehr gut geeignet.

«Swissbaker-Brot» zur Fussball-Weltmeisterschaft

Anlässlich der Fussball-Weltmeisterschaft vom 9. Juni bis am 9. Juli 2006 in Deutschland sind in zahlreichen gewerblichen Bäckereien in der Schweiz verschiedene Brote im Fussball-Look erhältlich, unter anderem das «Swissbaker-Brot» (siehe Bild).

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