16.10.08
Brot: in der Pause für Kinder und Jugendliche unerlässlich
Der Trend ist deutlich. Immer mehr Kinder und Jugendliche leiden heute an Übergewicht oder Mangelerscheinungen. Sie bewegen sich zu wenig, essen zu viel und ernähren sich ungesund. Gerade aktive Schulkinder sollten aber in der Pause unbedingt etwas essen, um ihre Energiespeicher wieder aufzufüllen. Besonders geeignet ist ein gesundes Pausenbrot. Seit Kurzem macht die Schweizerische Brotinformation SBI gezielt und auf spielerische Weise auf den Wert von Brot in einer ausgewogenen Pausenverpflegung für Kinder und Jugendliche aufmerksam.
Viele Eltern wissen heute, dass eine unausgewogene, ungesunde Ernährung für ihre schulpflichtigen Kinder negative gesundheitliche Folgen haben kann. Doch wie soll man sich richtig verhalten, wenn es um die Pausenverpflegung der eigenen Kinder geht? Einige wichtige Grundsätze stehen dabei im Vordergrund.
Pausenverpflegung: ein «Muss»
Gerade die Schulpause ist ein denkbar schlechter Zeitpunkt, um ein Kind «auf Diät zu setzen». Schulkinder müssen sich im Unterricht konzentrieren können. Sie müssen schwierige Sachverhalte lernen und sich geistig verausgaben. Spätestens in der Pause ist es dann Zeit, um endlich wieder ausgelassen herumzutoben. Diese Zeit müssen die Kinder aber auch nutzen, um ihre Energiespeicher wieder aufzufüllen.
Eltern sollten ihre Kinder deshalb niemals ohne Pausenverpflegung in die Schule schicken.
Weil sich Kinder noch in der Wachstumsphase befinden, benötigen sie auch deutlich mehr Kohlenhydrate als ihre Eltern. Neben Früchten und Gemüse sollten sie deshalb auch fünfmal pro Tag Kohlenhydrate zu sich nehmen, um ihre Zellen mit genügend Energie zu versorgen. Brot, und vor allem Vollkornbrot, eignet sich besonders gut, um leere Glykogenspeicher auf gesunde Art wieder aufzufüllen.
Ausgewogen und nicht zu üppig
Selbstverständlich sollte die Pausenverpflegung aber auch ausgewogen sein. Neben Brot gehören auch Früchte und Gemüse in die Pausenverpflegung, zum Beispiel in Form eines Rüeblis, eines Stücks Gurke oder eines saftigen Apfels. Aber auch ein Stück Käse oder ein halbes Ei eignen sich gut.
Ebenfalls von grösster Bedeutung ist ein geeignetes Pausengetränk, denn die Zellen benötigen auch Flüssigkeit. Am besten eignet sich Trinkwasser, aber auch ungesüsste Früchte- und Kräutertees oder stark verdünnte Frucht- und Gemüsesäfte.
Wichtig ist auch, dass das Pausenbrot nicht zu üppig ausfällt, es sollte nicht schwer im Magen liegen oder gar das Mittagessen verdrängen. Auch sollten Zutaten mit Zuckerzusatz (z.B. Ketchup oder Schokocreme) und allzu fettige Lebensmittel wie Speck, Mayonnaise oder Salami weggelassen werden. Besser geeignet sind Frischkäse oder magerer Schinken mit nur wenig Butter.
Warum gerade Brot?
Brot eignet sich als Energielieferant für die Pause besonders gut, weil es zu 50 Prozent aus komplexen Kohlenhydraten besteht. Diese werden im Körper zu Energie umgewandelt. Den Hauptteil der Kohlenhydrate im Brot bildet die Stärke, die pflanzliche Speicherform von Glukose. Glukose ist die hauptsächliche Energiequelle für sämtliche Körperzellen. Zusätzlich liefert Brot dem Körper aber auch viel wertvolles pflanzliches Eiweiss (nach Fleisch und Milch ist Brot heute unser drittwichtigster Eiweisslieferant). Daneben enthält Brot die Vitamine B1, B2, B6 und Niacin, aber auch Calcium, Kalium, Magnesium und das für die Blutbildung wichtige Eisen. Ebenfalls wichtig für ein gutes Körpergefühl sind die im Brot enthaltenen Nahrungsfasern. Sie kommen vor allem im Vollkornbrot vor, sorgen für ein anhaltendes Sättigungsgefühl und für eine gute Verdauung. Brot weist neben seinem hohen Nährwert aber auch einen geringen Fettanteil auf (1 Gramm pro 100 Gramm Brot) und enthält keinen Zucker. Nicht zuletzt lässt sich Brot im Vergleich zu anderen kohlenhydratreichen Lebensmitteln sehr einfach portionieren, einpacken und transportieren.
Mehr Lust aufs Pausenbrot
Langeweile in Aussehen und Geschmack verderben schnell den Appetit aufs Pausenbrot. Für Kinder ist es deshalb wichtig, dass die Pausenverpflegung in immer neuen Formen, Farben und Geschmacksrichtungen in die Pausenbox gelangt. Bei der Zubereitung sind der Fantasie keine Grenzen gesetzt. Bereits bei der Wahl der Brotsorte ist viel Abwechslung möglich. Beispielsweise können je nach Lust und Appetit ein spezielles Pausenbrötli, ein herbes Roggenbrot, ein Nussbrot, ein Kartoffelbrötchen oder zur Abwechslung auch einmal ein Maisbrot zum Einsatz kommen. Als Inhalt oder Beilage eignen sich Salatblätter, Gurken und Tomatenscheiben, Käse, Eierscheiben, Magerquark mit Kräutern, Radieschen, Peperonischeiben, Apfel- und Birnenschnitze, Baumnüsse und vieles mehr. Wer den Schulkindern eine besondere Abwechslung bieten will, kann auch einmal eine Minischultüte mit Brot- und Käsewürfeln, Cherrytomaten und Radieschen füllen oder einen Brot-Früchtespiess mit Ruchbrot, Erdbeeren oder Trauben zusammenstecken. Je mehr Abwechslung das Pausenbrot bietet, desto lieber wird es gegessen!
Projekt «Pausenbrot» der SBI
Um auf die Wichtigkeit einer gesunden Pausenernährung für Kinder und Jugendliche hinzuweisen, hat die Schweizerische Brotinformation SBI im September das Projekt «Pausenbrot» gestartet. Neben der Aufklärung von Eltern und Lehrkräften ist das Ziel der Kampagne auch, die Schülerinnen und Schüler von der ersten bis zur neunten Klasse spielerisch auf das Thema aufmerksam zu machen. Auf der Website www.pausenbrot.ch können die Jüngsten ein Brotscheiben-Memory spielen, die Mittelstufe kann sich mit dem Sandwich-Maker ein wirklich gesundes Pausenbrot zusammenstellen und dabei Punkte sammeln und die Oberstufe erfährt, dass auch andere Jugendliche schon die Vorteile eines gesunden, nicht zu üppigen Pausenbrots für sich kennen gelernt haben, sei es in der Schule, im Sport oder in der Freizeit.
Ernährungsberater/-innen unterstützen das Projekt
Der Schweizerische Verband diplomierter Ernährungsberater/-innen SVDE unterstützt das Konzept «Pausenbrot» der SBI. «Weil es ein sinnvolles Projekt ist und Brot für Kinder eine gute Zwischenverpflegung darstellt», so Nathalie Metzger vom SVDE. Da Eltern ihren Kindern heute immer öfter Süsses oder überzuckerte Riegel mitgeben würden, sei die Aktion eine gute Plattform, um auf das «gute alte» Pausenbrot hinzuweisen. Kinder dürfen heute schon in jungen Jahren mitbestimmen, was sie in die Pause mitnehmen wollen. «Doch gerade Kinder wählen meist, was süss oder fettig ist, obwohl ein Stück Brot und ein Apfel die ideale Zwischenmahlzeit wären», so Metzger. Die diplomierte Ernährungsberaterin ist überzeugt, dass es noch viel zu tun gibt. So müssten die Themen Ernährung und Kochen einen gewichtigen Platz im Schulunterricht einnehmen. Eltern von schulpflichtigen Kindern rät sie «mit gutem Beispiel voranzugehen».
