24.09.08
Siebter Weltbrottag am 16. Oktober 2008
Am 16. Oktober wird bereits zum siebten Mal der Welttag des Brotes gefeiert. Brot ist in den meisten Ländern noch immer eines der wichtigsten Nahrungsmittel, oft wird es gleichgesetzt mit Leben und Wohlergehen. Auch dieses Jahr werden viele Bäckereibetriebe verschiedenste Aktionen durchführen. Es lohnt sich also, am Weltbrottag die Augen offenzuhalten und sich von den Ideen der lokalen Bäckerinnen und Bäcker überraschen zu lassen.
Seit jeher hat Brot weltweit eine überragende Bedeutung: Es ist Symbol für Nahrung, Leben und Sicherheit. Seit Jahrtausenden findet man den Begriff «Brot» in religiösen Überlieferungen, Legenden, Mythen und Bräuchen. In der Literatur, der Malerei und der Musik kommt das Brot beinahe ebenso oft vor wie die Liebe.
Brot ist in der Schweiz denn auch ein sehr beliebtes Nahrungsmittel: In den über 2000 gewerblichen und industriellen Bäckereibetrieben der Schweiz werden pro Jahr rund 350 000 Tonnen Mehl verarbeitet. Zwar ist der Konsum seit den 1950er-Jahren um ein Drittel zurückgegangen. Dies hängt mit dem reichhaltigeren Nahrungsangebot, den veränderten Essgewohnheiten und der grösseren Kaufkraft der Konsumenten zusammen. Dennoch ist Brot neben Fleisch und Milch unverändert unser drittwichtigster Eiweisslieferant. 2007 betrug der Verbrauch pro Kopf 48,1 Kilogramm. Das entspricht einer Tagesration von 131 Gramm. Zum Vergleich: In den osteuropäischen Ländern werden pro Kopf und Tag 300 bis 450 Gramm konsumiert, in Australien, Argentinien, Israel, Spanien, Deutschland, Frankreich, Italien und den Niederlanden 170 bis 250 Gramm, in Griechenland, Belgien, England, Schweden, den USA, Österreich und Kanada 85 bis 160 Gramm.
Am meisten Brot wird in der Schweiz nach wie vor zum Frühstück gegessen. Allerdings wird sich der Trend zum Brot- und Sandwichkonsum über Mittag in den nächsten Jahren noch verstärken, da immer mehr Berufstätige nur kurze Lunchpausen haben. Bereits heute beträgt der Anteil Brot, der auswärts verspeist wird, rund 47 Prozent des Gesamtverbrauchs.
So vielseitig wie die Schweiz
In den 26 Schweizer Kantonen gibt es rund 200 Brot- und Gebäcksorten. Damit nimmt die Schweiz im internationalen Vergleich eine Spitzenposition ein. Normalbrote werden in Gewichten von 250, 500, 1000, 1500 und 2000 Gramm gefertigt. Bei den beliebten Kantonsbroten lassen sich Parallelen ziehen von der Brotform zu geografischen und mentalen Eigenheiten des Kantons: Beispielsweise könnten die beiden Teile des Basler Brots auf die Grenzregion hinweisen. Beim Bündner Roggenringbrot erinnern die drei- oder vierfachen Einschnitte an die Vielzahl der Bündner Bergtäler. Die runde Form des Berner Brots wiederum passt gut zur sprichwörtlichen bernischen Behäbigkeit, während beim Genfer Brot die rautenförmige Teilung der Oberfläche für die Internationalität der Stadt stehen mag.
Aktionen zum Weltbrottag
Auf die Ideen der lokalen Bäckerinnen und Bäcker zum 16. Oktober 2008 darf man gespannt sein. In Genf wird es beispielsweise Brotgutscheine zu gewinnen geben. Das Hilfswerk HEKS lanciert gemeinsam mit der Organisation Guatemalanetz und verschiedenen bernischen Bäckereien ein sogenanntes Weltbrot. Der Erlös kommt einem Ernährungssicherheitsprojekt in Guatemala zugute.
Ab Mitte September können die Bäckereien ihre Aktionen zum Weltbrottag online unter www.brottag.ch publizieren. Es lohnt sich also, rechtzeitig einen Blick in die Internetplattform zu werfen.
